Die Tradition der Bären in Bern

Die Beziehung der Stadt Bern zu ihrem Wappentier hat eine sehr lange Tradition. Es soll ein Bär gewesen sein, den der Gründer der Stadt, Herzog Berchtold V. von Zähringen, als erstes Tier hier erlegt hat und dem die neue Stadt damit der Legende nach ihren Namen verdankt. Neuere Namensforschungen gehen jedoch davon aus, dass das keltische Wort „Berna“ (Kluft, Schlucht) der Stadt den Namen gab. Die erste keltische Siedlung lag auf der Engehalbinsel, wo die Aare eine Art Kluft bildet.

Der bernische Chronist Valerius Anshelm berichtet im Jahre 1513, wie die siegreich aus der Schlacht von Novara heimkehrenden Berner mit den eroberten Fahnen auch einen lebenden Bären als Kriegsbeute in ihrem Triumphzug mitführten. Er wurde im Stadtgraben vor dem Käfigturm gehalten. Auf dem heute noch so benannten Bärenplatz blieb der erste Bärengraben, bis er 1764 dem Verkehr weichen und vor die Tore der Stadt verlegt werden musste (Schanzengraben beim Bollwerk). Von dort wurden die Bären 1857 abermals ans untere Ende der Altstadt gezügelt , an den Standort, wo sich noch heute der BärenPark befindet.

1515 wird der erste Bärengraben auf dem heutigen Bärenplatz in Bern eröffnet. In ihm Einzug hält der 1513 in der Schlacht von Novara (Norditalien), von den in der heiligen Allianz des Papstes Julius II kämpfenden eidgenössische Söldner gegen den französischen König, erbeutete Bär. Bartholomäus May, der damals berühmteste Berner, führte den erbeuteten Bären mit grossem Pomp in die Stadt. Ab 1764 musste der Bärengraben am Bärenplatz wie auch später seine beiden Nachfolgebauwerke am Golattenmattgass-Tor und im Bereich der Grossen Schanze (ab 1820) der zunehmenden Stadterweiterung weichen. Zur Geschichte des Bärengrabens.

Seit 1857 werden Bären am unteren Ende der Altstadt nach der Nydeggbrücke in einem zweiteiligen Graben gehalten. Um die Bärenhaltung zu verbessern, wurde die historische Anlage, ein Denkmal von nationaler Bedeutung, 1994 bis 1996 umfassend saniert.

Ein Keil aus Sandsteinblöcken nimmt die Neigung des Hangs auf. Weitere Blöcke schaffen schattige und sonnige Stellen, Höhlen und Fels zum Klettern. In Bassins können die Bären schwimmen, spielen und sich abkühlen. Eine Wasserrinne erinnert an die frühere Trennmauer im Graben.

Der alte Betonboden ist einem Kies-Sandgemisch gewichen. Darin gräbt sich der Bär Liegeplätze, findet Wärme und feuchte Kühle. Der Boden begrünt sich spontan, Moose und Flechten überziehen die Steinblöcke, aus den Ritzen wachsen Wildpflanzen.

Trotz dieser Verbesserung blieb die Anlage ein «Graben». Zahlreiche Beschwerden aus dem In- und Ausland, aber auch die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen gaben den Anlass, die Bärenhaltung in Bern grundsätzlich zu überdenken.

Bär sitzt auf einem Stein
Bär «Pedro» im alten Bärengraben

Ein Projektteam des Tierparks Bern unter Mitwirkung des Hochbauamtes der Stadt Bern erarbeitete die Studie, welche am 2. März 2001 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Daraus resultierte ein Projektwettbewerb. Am 7. November 2003 wurde das Siegerprojekt vorgestellt.

Projektwettbewerb (pdf, ca. 1.4 MB)

Die Stadt Bern legte am 30. August 2006 den Gesamtbericht zum Projekt BärenPark vor und die Bevölkerung der Stadt Bern gab 2007 mit 80% Ja grünes Licht für den Bau der neuen Bärenanlage. Eröffnet wurde die Anlage am 22. Oktober 2009.

Gesamtbericht (pdf, ca. 4 MB)

Der Berner «BärenPark» ist eine weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Attraktion. Seit 2009 steht den Berner Bären ein tiergerechter, 6’000 Quadratmeter grosser Park zur Verfügung, in dem sie sich 365 Tage 24 Stunden aufhalten und ihr natürliches Verhalten ausleben können.

Im Herbst 2021 klärte eine Machbarkeitsstudie, ob eine Erweiterung der Anlage Richtung Süden aus Sicht Geologie, Bau, Landschaftsschutz und Denkmalschutz möglich wäre. Fazit dieser Studie: Auf eine Erweiterung wird vorläufig verzichtet, da die Kosten zu hoch sind und der Gewinn für die Bären nicht allzu gross wäre.

«Ursina» im Wasser (September 2015)
«Björk» auf Ulme (Mai 2013)

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