Farbige Neulinge im Tierpark Bern

Vier Bienenfresser, die in einer Reihe auf einem Ast sitzen und in dieselbe Richtung blicken.

10.06.2024

Ende Mai 2024 sind 12 farbenfrohe Bienenfresser (Merops apiaster) in ihre neue Anlage im Tierpark Bern eingezogen. Eine Aussenanlage für die warme Jahreszeit / Brutzeit und eine Innenanlage für die kalte Jahreszeit erlauben Besucher*innen aussen einen Einblick in das Biotop der Schweizer Steppe, welche kaum jemand kennt, sowie innen in die afrikanische Savanne. 

Der seltene, hochattraktive Bienenfresser ist der einzige europäische Vertreter einer weitgehend auf die Tropen und Subtropen der Alten Welt beschränkten Familie, der sogenannten Spinte. Er ist ein Zugvogel der Schweiz, sein Gefährdungsstatus ist nach der Roten Liste des BAFU verletzlich. Diese Art wird in 18 wissenschaftlichen Zoos gehalten und in nur drei Zoos erfolgreich gezüchtet. Das Team des Tierparks hat in Zusammenarbeit mit Vogelexperten aus anderen Zoos aber auch privaten Züchtern, Mitarbeiter*innen des Pfyn-Finges Naturpark sowie Botanikern und anderen Experten viel Wissen zusammengebracht, um die neue Anlage nach den neuesten Erkenntnissen zu bauen und zu gestalten.

Mehrere Bienenfresser sitzen auf Ästen, der Hintergrund zeigt eine gelbliche Wand und Metallstrukturen. Die Vögel haben ein buntes Gefieder mit grünen, gelben und kastanienbraunen Tönen.
Vier Bienenfresser, die auf einer Stange sitzen. Ein Vogel ist von hinten zu sehen, die anderen blicken in verschiedene Richtungen. Ihre bunten Farben leuchten im Licht.

Die grosse Aussenvoliere von 182 m² erlaubt den Gästen einen Einblick in die spannende Biologie der Vögel und bietet den Tieren viele Möglichkeiten zum Nestbau. Die sandige Böschung beherbergt verschiedene Brutmöglichkeiten, sodass die Bienenfresser frei wählen können, welche ihnen besonders zusagt. Es ist vorgesehen, in Zukunft weitere einheimische Vogelarten zu halten, nachdem sich die Bienenfresser eingelebt haben.  Der Fokus liegt auf der Haltung seltener Schweizer Arten, welche für den Artenschutz relevant sind. Die Bepflanzung der Anlage sowie des Eingangsbereichs wurde sorgfältig ausgewählt: Jede Pflanze fördert eine bestimmte Insektenart, und unterstützt somit die Bemühungen des Tierparks auch die heimische Biodiversität zu fördern.

Den Winter verbringen die Bienenfresser im Tierpark meist «im Süden», sprich in der grosszügigen Innenvoliere, die mit ihren 100 m2 einen Lebensraum in Afrika darstellt. Auch Termiten sind dort «eingezogen». Die Anlage bietet ihnen den Raum, einen neuen Termitenhügel zu bauen. In den grossen Terrarien können Insekten bewundert werden, die nur selten jemand zu Gesicht bekommt. Diverse afrikanische Rosenkäfer, wie z. B. der Goliathkäfer, Tausendfüsser oder Mistkäfer können dort aus nächster Nähe bestaunt werden. Die begehbare Innenvoliere lädt zum Verweilen ein und bietet ein «hautnahes» Erlebnis einer afrikanischen Savanne. Im Moment erkunden die Vögel die Innenanlage. Sobald sie mit der neuen Umgebung vertraut sind, werden sie Zugang zur Aussenanlage erhalten.

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