Die Spinnenschwanzviper – eine der rätselhaftesten Schlange ist neu im Tierpark Bern
Was auf den ersten Blick wie eine Spinne wirkt, die über einen Felsen krabbelt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als der Schwanz einer Schlange. Ab sofort beherbergt der Tierpark Bern die Spinnenschwanzviper – eine seltene Giftschlange aus den heissen Wüstenregionen des Irans und Iraks, die mit einer der ungewöhnlichsten Jagdstrategien des gesamten Tierreichs aufwartet.
Ein lebendiger Köder
Das Faszinierende an der Spinnenschwanzviper ist ihr Schwanzende: Es trägt eine einzigartige, spinnenähnliche Struktur aus verzweigten Hautfortsätzen. Während die Schlange vollkommen regungslos auf der Lauer liegt, bewegt sie ausschliesslich diesen «Köder» – und imitiert damit täuschend echt eine krabbelnde Spinne. Neugierige Vögel, die sich vom vermeintlichen Leckerbissen anlocken lassen, werden zur Beute. Dieses Verhalten gilt als eines der eindrücklichsten Beispiele für aktive Täuschung im Tierreich.
Noch im Aufbau: die «Spinne»
Die neu im Tierpark Bern lebenden Tiere sind jung – und ihre Schwanzstruktur ist noch in der Entwicklung. Das ist kein Zufall: Die «Spinne» formt sich parallel zum Nahrungsspektrum. Junge Spinnenschwanzvipern ernähren sich hauptsächlich von Insekten und kleinen Reptilien. Mit jeder Häutung wächst die Schwanzstruktur weiter aus – und zunehmend werden auch Vögel zur Beute. Besucherinnen und Besucher erleben damit eine Schlange im wahrsten Sinne des Wortes beim Heranwachsen.
Selten in der Natur, selten im Zoo
Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft sie als «potenziell gefährdet» (Near Threatened) ein, die Wildpopulationen in den trockenen, felsigen Bergregionen des Irans und Iraks sind rückläufig. Der Tierpark Bern ist einer der wenigen Zoos, die diese faszinierende Schlange hält.
Versteckt im Fels – ein Suchspiel für Besuchende
Das neue Terrarium im Vivarium ist auf das karge, felsige Wüstenhabitat der Art zugeschnitten – trocken, warm und reich an Spalten und Verstecken. Wer die Schlangen finden will, braucht einen guten Blick: Ihre stark gekielten Schuppen lassen sie mit dem rauen Gestein nahezu verschmelzen.Die neue Anlage konnte Dank der grosszügigen Unterstützung durch den Tierparkverein Bern umgebaut und eingerichtet werden.





