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Das neue Zuhause für die Seehunde im Tierpark Bern

17.02.2026

Der neue SeehundFjord im Tierpark Bern bietet Schatten, Strömung und viele Möglichkeiten zum Tauchen. Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit an der Universität Bern hat Joy Schmitz die Seehunde mehrere Wochen lang beobachtet, um zu untersuchen, ob und wie sich ihr Verhalten in der neuen Umgebung verändert und ob die neuen im Tierpark Bern entwickelten Unterwasser-Futterautomaten das natürliche Jagdverhalten fördern.

Bereits im Jahr 2022 wurden die Seehunde von einer Gruppe Studierender der Universität Bern in ihrer alten Anlage beobachtet, um herauszufinden, wie sie ihren Lebensraum nutzen. Die Seehunde verbrachten damals einen Grossteil ihrer Zeit an der Wasseroberfläche, was aufgrund der starken UV-Strahlung nicht gesund für ihre Augen war. Die Resultate dieser Kurzstudie flossen in die Planung des neuen SeehundFjords ein. Um das Problem zu lösen, wurde eine abwechslungsreiche und spannende Unterwasserwelt gestaltet, und rund zwei Drittel der Anlage wurden mit einem grossen Schattendach überdeckt.

Seehund Niilo lauert geduldig vor den Öffnungen der Automaten

Um das natürliche Jagdverhalten der Seehunde zu fördern und ihnen einen zusätzlichen Anreiz zu bieten, mehr Zeit unter Wasser zu verbringen, wurden zusätzlich Unterwasser-Futterautomaten entwickelt und integriert. Diese katapultieren aufgetaute Fische mithilfe einer Strömungspumpe durch das Becken, sodass die Seehunde ihnen nachjagen oder am Boden nach den Fischen suchen können.

Die Seehunde verbringen nach dem Umbau mehr Zeit unter Wasser.

Insgesamt wurden die Seehunde im Rahmen der Bachelorarbeit an der Universität Bern für einen Monat beobachtet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Seehunde in ihrer neuen Umgebung deutlich mehr Zeit unter Wasser verbringen. Im Vergleich zu der Studie von 2022 hat sich die Tauchzeit einzelner Seehunde sogar um bis zu 30 Prozent verlängert. Das gestapelte Balkendiagramm zeigt in Blau den Zeitanteil, den die Tiere unter Wasser verbracht haben, und in Grün die verbrachte Zeit an der Oberfläche. Besonders die Tauchzeiten von den Weibchen Thyra und Yuma haben in der neuen Anlage stark zugenommen, was darauf hindeutet, dass die neue Unterwasserwelt ihr Tauchverhalten positiv beeinflusst.

Weiter wurde beobachtet, wie die Seehunde mit den Unterwasser-Futterautomaten interagieren. Besonders die Männchen haben ein starkes Interesse an den Automaten gezeigt. Die Männchen jagten den Fischen hinterher oder lauerten geduldig vor den Öffnungen der Automaten. Die Futterautomaten tragen somit zur kognitiven Bereicherung, zu längeren Tauchzeiten und zu einem vielfältigeren, natürlicheren Verhaltensrepertoire der Seehunde bei.

Der Umbau der Seehundeanlage ermöglicht unseren Seehunden, ihr natürliches Verhalten auszuleben, und wirkt sich somit positiv auf ihre Gesundheit aus.

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